In der Berliner Zwitschermaschine eröffnet am 24. Juli 2026 ein Projekt, das Kunst nicht als fertiges Objekt, sondern als lebendigen Prozess versteht. Unter dem Titel KUNSTdemokratie entwickelt der Künstler, Soziologe und Dadasoph Rainer Wieczorek ein zehntägiges Programm, das Kunst als ästhetische und gesellschaftliche Praxis neu verhandelt. Vom 25. Juli bis zum 2. August verwandelt sich der Ausstellungsraum täglich zwischen 16 und 20 Uhr in ein offenes Labor, in dem sich Körper, Stimmen, Gesten, Materialien und soziale Situationen zu einem gemeinsamen Erfahrungsraum verweben. Wieczorek arbeitet seit Jahrzehnten an einem Modell des „sozialen Gesamtkunstwerks“, das die Traditionen der Klassischen Moderne, der Aktionskunst, des Dada und der partizipativen Kunst der 1970er Jahre aufnimmt und in die Gegenwart überführt. Seine künstlerische Haltung richtet sich gegen die Vorstellung eines abgeschlossenen Werkes. Stattdessen entsteht Kunst dort, wo Menschen einander begegnen, wo Differenzen...
Die Eröffnung von EXPANDED FIELD I – migrating the colour fields im Kunstraum MITTE37 zeigte eindrucksvoll, wie Kunst im 21. Jahrhundert zu einem verbindenden Medium wird, das Menschen, Orte und Perspektiven miteinander in Beziehung setzt. In einer Zeit, in der globale Entwicklungen viele gesellschaftliche Bereiche prägen, entsteht hier ein Raum, in dem künstlerischer Austausch unmittelbar erfahrbar wird. Der Dialog zwischen Chicago und Burgdorf entfaltet sich als Form zeitgenössischer Mikro‑Diplomatie: ein Begegnungsfeld, das nicht durch Institutionen vorgegeben ist, sondern durch Menschen, die künstlerische Prozesse als Brücke zwischen Kulturen verstehen. Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde spürbar, wie sehr dieser Ansatz den Charakter des Kunstraums prägt. Susanne Schumacher, Initiatorin von MITTE37, stellte in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung persönlicher Begegnungen in den Mittelpunkt. Sie verwies auf das 250. Jahr der Vereinigten Staaten und betonte, wie wertvoll es ist, ...