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FLUXUS 2025 – OPEN TINY BIG -

FLUXUS 2025 – OPEN TINY BIG - Kunst als Zustand, nicht als Ausstellung



Berlin, Oktober 2025. Zwischen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße, dort wo der Alltag pulsiert und die Stadt ihre rauen, poetischen Seiten zeigt, öffnete sich für drei Tage ein Raum, der alles andere als gewöhnlich war: Der OPEN TINY KIEZKIOSK in der Treptower Straße 84 wurde zum Schauplatz eines künstlerischen Ausnahmezustands – FLUXUS 2025 & COLLAGE – OPEN TINY BIG.

Was hier geschah, war keine Ausstellung. Es war ein Zustand. Ein Fluss. Eine Einladung zum Mitdenken, Mitfühlen, Mitgestalten. Rund 50 Besucher:innen – darunter Künstler:innen, Schriftsteller:innen, Kulturmanager:innen und kunstbegeisterte Flaneur:innen – fanden den Weg in diesen temporären Resonanzraum, der sich dem klassischen Kunstbetrieb entzog und stattdessen das Unfertige, das Spontane und das Prozesshafte feierte.

Von Chicago über Hannover nach Berlin – eine Bewegung in Bewegung
Bereits in Chicago hatte FLUXUS 2025 im August mit einem interdisziplinären Festival die Grenzen zwischen Performance, Tanz und visueller Kunst aufgelöst. Unter der Leitung von Ellyzabeth Adler und der charismatischen Moderatorin Kao Ra Zen wurde das Publikum nicht nur Zeuge, sondern Teil einer künstlerischen Bewegung, die sich zwischen Körper, Raum und Idee entfaltete.

In Hannover, im Rahmen des ZINNOBER Kunstfestivals, wurde diese Energie Anfang September weitergetragen. Die Kunst & Musik Etage verwandelte sich in ein vibrierendes Archiv der Möglichkeiten – mit über 180 internationalen Positionen, die sich dem Kommerziellen verweigerten und stattdessen das Momenthafte und das Mitgestalten in den Vordergrund rückten.

Berlin: Der Kiez als Bühne für das Unvorhersehbare
In Berlin wurde FLUXUS 2025 zur radikal offenen Geste. Die Veranstaltung begann am Freitag mit einer kraftvollen Performance von Susanne Schumacher: “What is Fluxus? Say it loud – OPEN TINY BIG” – ein Ruf, ein Statement, ein poetischer Aufbruch. Ihre Skulpturenaktion am Samstag, “Hommage to Wolf Vostell”, unterstützt von Friedrich Schumacher, ließ das Erbe des Fluxus-Vordenkers in neuer Form aufleben – roh, direkt, berührbar. In Berlin wurden erneut Straßenkreuzer, diesmal im kleineren Format, in Zement und Beton gegossen. Asma Ounine brachte mit ihrer Serigrafie-Aktion “Berliner Bären – Druck” die Handdruck-Spindelpresse ins Spiel – ein haptisches Erlebnis, das Kunst buchstäblich greifbar machte. Rainer Wieczorek setzte mit seiner Wandmalerei “Peaceman” und einer Assemblage aus Materialien in der Druckpresse poetische Zeichen für Frieden und Widerstand. Seine Werke waren keine Objekte, sondern Denkimpulse. Lars Schumacher, Initiator und poetischer Kopf des Projekts, präsentierte seine “Asphalt-Philosophie” – ein urbanes Konzept, das Kunst als Teil des urbanen Lebens versteht. Die Vorstellung von Event Scores – offenen Handlungsanweisungen für künstlerische Aktionen – rundete das Programm ab und lud alle ein, selbst Teil des Prozesses zu werden.

Ein Raum voller Stimmen, Gesten und Möglichkeiten
Was OPEN TINY BIG auszeichnete, war nicht nur die Vielfalt der Beiträge, sondern die Atmosphäre: Gespräche auf dem Gehweg, spontane Interventionen, stille Gesten, laute Gedanken. Kunst wurde hier nicht konsumiert, sondern gelebt. Die Besucher:innen waren keine Zuschauer:innen, sondern Mitgestalter:innen eines kollektiven Prozesses.

Ausblick: Kunst als Einladung zum Prozess
FLUXUS 2025 hat gezeigt, dass Kunst nicht abgeschlossen sein muss, um wirksam zu sein. Dass sie nicht perfekt sein muss, um zu berühren. Dass sie nicht elitär sein muss, um relevant zu sein. Die Berliner Ausgabe war ein Versprechen: Dass Kunst auch morgen ein Ort sein kann, an dem wir uns begegnen – offen, neugierig, widerständig. 

Wer einmal Teil dieses Flusses war, wird ihn nicht vergessen. Und wer ihn verpasst hat, darf sich auf die Zukunft freuen: FLUXUS 2025 ist zu einem Teil ein abgeschlossenes Ausstellungsprojekt – doch die entstandenen Kontakte machen es zu einem wachsenden Netzwerk, einem Zustand in Bewegung. Weitere Stationen sind denkbar – und wünschenswert: temporäre Resonanzräume, die sich dem klassischen Kunstbetrieb entziehen und stattdessen das Unfertige, das Spontane und das Prozesshafte feiern.

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