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Internationale Mail‑Art in der Bruno‑Taut‑Siedlung Berlin


Internationale Mail‑Art in der Bruno‑Taut‑Siedlung – Ausstellung der Sisyphos‑Gesellschaft Berlin

Die Sisyphos‑Gesellschaft Berlin präsentierte in diesem Frühjahr eine umfangreiche Mail‑Art‑Ausstellung im Raum Falkenberg 116, mitten in der historischen Bruno‑Taut‑Siedlung. Der ungewöhnliche Ausstellungsort – ein ehemaliger Gemeinschaftsraum innerhalb des denkmalgeschützten Wohnquartiers – erwies sich als passender Rahmen für ein Projekt, das bewusst auf Nähe, Offenheit und niedrigschwelligen Zugang setzte.

Die Bruno‑Taut‑Siedlung, bekannt für ihre farbigen Fassaden und ihre städtebauliche Bedeutung, bot mit ihrer ruhigen, nachbarschaftlichen Atmosphäre einen Kontrast zu klassischen Galerieräumen. Der Raum Falkenberg 116, schlicht, funktional und von Tageslicht durchflutet, ermöglichte eine unmittelbare Begegnung mit den eingereichten Arbeiten. Die Besucherinnen und Besucher konnten die Werke aus nächster Nähe betrachten und die Spuren des postalischen Transports – Stempel, Knicke, Gebrauchsspuren – als Teil der künstlerischen Aussage wahrnehmen.

Die Ausstellung brachte eine bemerkenswerte Bandbreite internationaler Positionen zusammen. Aus Japan beteiligten sich Ryosuke Cohen und Keiichi Nakamura, aus Belgien Luc Fierens, aus Italien unter anderem Roberto Scala, Giovanni & Renata StraDADA und Ruggero Maggi. Frankreich war durch Lola González, Spanien durch Judith Sturm, Schweden und Finnland durch Henry Grahn Hermunen vertreten. Aus den USA erreichte eine Arbeit des renommierten visuellen Poeten John M. Bennett den Ausstellungsort.

Auch zahlreiche europäische und deutsche Künstlerinnen und Künstler trugen zur Vielfalt der Schau bei, darunter Jürgen O. Olbrich, Horst Tress, Susanne und Lars Schumacher, Sabine Remy, Thorsten Fuhrmann, Boris Kerenski, Rittiner & Gomez, Péter Abajkovics, Biro Ildiko, Virginie Loreau, Hugo Pontes, Michel Della Vedova, Pedro Bericat, Eduard und Jakabhazi Alexandru, Ilmar Kruusamäe, Simon Warren sowie die experimentelle Position The Wasted Angel.

Die eingereichten Arbeiten zeigten die gesamte Spannbreite der Mail‑Art‑Praxis: klassische Collagen, grafische Arbeiten, konzeptuelle Beiträge, Materialexperimente und postalische Objekte. Viele Werke thematisierten bewusst den Weg, den sie zurückgelegt hatten, und machten den Transportprozess selbst zum Bestandteil der künstlerischen Aussage.

Die Sisyphos‑Gesellschaft setzte mit dieser Ausstellung erneut auf ein offenes Format ohne Jury oder Vorauswahl. Alle eingegangenen Arbeiten wurden gezeigt, was der Präsentation eine demokratische Struktur verlieh und die Grundidee der Mail‑Art‑Bewegung – Austausch, Zugänglichkeit und internationale Vernetzung – sichtbar machte.

Der begleitende Katalog dokumentierte die Vielfalt der Einsendungen und trug dazu bei, das Projekt über den Ausstellungszeitraum hinaus zugänglich zu machen. Insgesamt zeigte die Ausstellung, wie niedrigschwellig Kunst wirken kann und wie ein Ort wie Falkenberg 116 zu einem Treffpunkt internationaler künstlerischer Kommunikation werden kann

Datum          21 Feb 2026 - 27 Feb 2026

Organisation   Sisyphos-Gesellschaft

Ort                   Weltkulturerbe – Raum Bruno Taut Siedlung

                        Falkenberg 116

                        12524 Berlin


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