Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung: Péter Abajkovics, Hungary, José Luis Alcalde Soberanes, Spain, Meral Ağar, Turkey, MH//Antipode, Germany, Derya Avci, Turkey, Angel Bortot, Venezuela, Walter Bachmann, Germany, Ceren Baykan, Türkiye, Marzia Maria Braglia, Italy, Francesca Bella, Italy, Melanie Bäreis, Germany, Hans Braumüller, Germany, Anna Flávia Schmitt Wyse Baranski, Brazil, Adriana Horsmann, Argentina, Maria do Carmo Both, Brasil, Hanh Chau, China, Suely Castro Mello, Brasil, Binod Dawadi, Nepal, Michel Della Vedova, France, Vilma Dobilaitė, Spain, Floki Gauvry, Argentina, Rosalie Gancie, USA, Susan Gold, Canada, Eva Grabenhofer, Austria, Nihal Gures, Turkey, Carlo Maria Giudici, Italy, Leon Hainzl, Austria, Ed Hanssen, The Netherlands, Ingeborg Henrichs, Germany, Ulrich Rainald Hoffmann, Germany, Eleni Ioannou, Greece, Suzlee Ibrahim, Malaysia, Alexandru Jakabházi, Romania, Jeeja Jeeja Navghare, India, Gloria Keh, Singapore, Gabrielė Kuizinaitė, Lithuania, Varju Krisztián, Hungary, William Lee, Austria, Claudia Liekam, Germany, Alexander Limarev, Russia, Petra Lorenz, Germany, Adriana Lucaciu, Romania, Katerina Mandarik, France, Rebeca Martell, Mexico, Manuela Merl, Germany, Patty Milligan, Canada, Sibylle Möndel, Germany, Asma Ounine, Morocco, Zorica Obradović, Serbia, Wayne Owen, United Kingdom, Ovidiu Petca, Romania, Linda Pelati, Italy, Maria Grazia Piazza, Italy, Hugo Pontes, Brasil, Radoslav Rochallyi, Slovakia, Rado Rochallyi, Slovakia, Dale Roberts, Canada, Serena Rossi, Italy, Renate Helene Schweizer, Germany, Friedrich Schumacher, Germany, Susanne Schumacher, Germany, Rosana Schmitt, Brazil, Beate Senf-Hentsch, Germany, Carmela Sarcina, Italy, Agnieszka Sawicka, Poland, Fidels Daughter, Germany, Snappy, Canada, Dirk Strauch, Germany, Paulo Teles, Portugal, Stephen Tomasko, USA, Horst Tress, Germany, Mikel Untzilla, Argentina, Marta Valiani, Italy, Stella Maris Velasco, Argentina, Daniele Virgilio, Italy, Rainer Wieczorek, Germany, Jina Wallwork, United Kingdom, Zhang Xuran, China, Xuran Zhang, China, _guroga, Venezuela
Die Ausstellung EXPANDED FIELD II – THE TREE im Kunstraum MITTE37 zeigt den Baum als eine vielstimmige Figur, die Kunst, Erinnerung und Zukunft miteinander verbindet. Beiträge aus mehr als dreißig Nationen formen ein lebendiges Panorama, in dem der Baum als kulturelle, poetische und ästhetische Kraft erscheint. Jede Arbeit öffnet einen eigenen Raum, und gemeinsam entsteht ein internationales Geflecht aus Bildern, Gedanken und Atmosphären. Der Baum tritt in dieser Konstellation als Archiv hervor, dessen Jahresringe Spuren von Zeit, Klima und Geschichte tragen.
Künstlerinnen und Künstler greifen diese Idee auf und verwandeln sie in Linien, Schichtungen, Texturen oder digitale Muster. In Zeichnungen, Fotografien und Malereien wird der Baum zu einem Gedächtnis, das weiterwächst und Resonanz erzeugt. Erinnerung erscheint als organischer Prozess, der sich stetig entfaltet. Gleichzeitig zeigt sich der Baum als mythische Figur. In poetischen Arbeiten wird er zum Weltenbaum, zum Ursprung, zur Schwelle zwischen Erde und Himmel. Einige Beiträge greifen alte Erzählungen auf, andere schaffen neue. Der Baum wird zum Ort des Übergangs, zum Symbol für Verbundenheit und zum Zeichen für die Kraft des Lebendigen. In lyrischen Texten, Fotografien und experimentellen Formaten entsteht ein Raum, der das Publikum einlädt, sich mit dieser tiefen kulturellen Bedeutung zu verbinden. In vielen Werken erscheint der Baum als Zukunftsfigur. Künstlerinnen und Künstler erkunden ökologische Visionen, digitale Naturformen und hybride Bildwelten. Der Baum wird zu einem Modell für nachhaltiges Denken, für neue Landschaften und für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Umwelt.
Digitale Verfahren, natürliche Materialien und fotografische Serien zeigen Licht, Jahreszeiten und die Vielfalt der Baumgestalten. So entsteht ein Dialog zwischen Tradition und Innovation, zwischen analoger und digitaler Kunst. Das Projekt Plant and Seed erweitert die Ausstellung um eine reale, gemeinschaftliche Handlung. Zahlreiche Teilnehmende haben Samen oder kleine Setzlinge gesendet und damit eine Geste geschaffen, die Kunst und Wachstum verbindet. Diese Beiträge bilden ein wachsendes Archiv, das die Idee des Baumes als Denkfigur unmittelbar erfahrbar macht. Im Sinne des erweiterten Kunstbegriffs von Joseph Beuys wird hier Kunst als soziale Plastik sichtbar: als gemeinschaftliche Handlung, als kommunikatives Feld, als Impuls für Zukunft und Wandel. Beuys verstand Kunst als Energie, die Gesellschaft gestalten kann. Plant and Seed folgt diesem Gedanken, indem es eine einfache, bodenständige Praxis nutzt: das Pflanzen. Diese Handlung ist zugleich symbolisch und real, poetisch und praktisch. Sie schafft Verbindung zwischen Menschen, Orten und Zeiten und zeigt, wie Kunst als Impulsgeber wirken kann.
Die Ausstellung entfaltet eine immersive Qualität, die aus der Atmosphäre des gemeinsamen Denkens entsteht. Der Kunstraum MITTE37 wird zu einem Ort, an dem Kunst nicht nur betrachtet, sondern erlebt wird – als Prozess, als Bewegung, als gemeinschaftliche Erfahrung. Die Vielfalt der Medien – Malerei, Zeichnung, Fotografie, digitale Kunst, Text und hybride Formate – zeigt die Offenheit des Projekts. Das 2:3-Hochformat betont die vertikale Figur des Baumes und schafft eine ruhige, klare Struktur im Raum. Die Ausstellung wirkt wie ein Wald, in dem jeder Baum eine eigene Geschichte erzählt und zugleich Teil eines größeren Ganzen ist. Die Eröffnung am 6. September 2026 fügt sich harmonisch in das kulturelle Leben Burgdorfs ein. Kunstmarkt, Freiwilligenzentrum und offener Sonntag schaffen eine Atmosphäre, in der Kunst, Stadt und Gemeinschaft miteinander wachsen. EXPANDED FIELD II – THE TREE ist mehr als eine Ausstellung. Es ist ein Resonanzraum, in dem Kunst, Natur und Erinnerung miteinander wirken. Das Projekt zeigt den Baum als universelle Figur – als Gedanke, als Körper, als Zukunft – und verbindet künstlerische Praxis mit einer klaren, zukunftsgerichteten Haltung. Die Ausstellung und das Plant and Seed Projekt machen sichtbar, wie Kunst Impulse geben kann, die weit über den Kunstraum hinausreichen.
