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Zeitgenössische Positionen aus Chicago in Burgdorf

 

„EXPANDED FIELD I migrating the colour fields“ im Kunstraum MITTE37“

Vom 6. bis 25. Juni 2026 präsentiert der neue Kunstraum MITTE37 in Burgdorf die Ausstellung „EXPANDED FIELD I migrating the colour fields“ und zeigt damit erstmals zwölf zeitgenössische Positionen aus Chicago gemeinsam in Deutschland. Die Schau eröffnet einen transatlantischen Resonanzraum, in dem Kunstschaffende aus Malerei, Performance, Tanz, Musik und Film ihre Arbeiten vorstellen und in direkten Austausch mit dem Publikum treten. Die Ausstellung ist Teil des internationalen Kunstsymposiums THE OCEAN BETWEEN, das seit 2016 von der in Chicago und Hannover wirkenden Künstlerin und Kuratorin Marianna Buchwald geleitet wird. Buchwald versteht den Ozean nicht als trennende Linie, sondern als lebendigen Zwischenraum, in dem künstlerische Energien, kulturelle Erfahrungen und ästhetische Impulse frei zirkulieren.

Aus diesem Netzwerk heraus entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche Kooperationen zwischen Chicago und der Region Hannover – und schließlich auch der Kontakt nach Burgdorf. Zu den beteiligten Künstlerinnen gehören Amy Hanks, Daniela Castro, Juan Enrique Roque Irizarry Jr., Judith Meyer, Kao Ra Zen, Kathryn Hempel, Kevin B. Chatham, Lori Kaplan, Marianna Buchwald, Sarah W. Holmes und Takako – alle aus Chicago – sowie Beate Axmann aus dem Schwarzwald. Ihre Arbeiten wurzeln in der experimentellen Tradition Chicagos, einer Stadt, in der Jazz, Improvisation, Bauhaus-Einflüsse, Performance Art und unabhängige Off-Spaces ein Klima geschaffen haben, das kreative Kühnheit und interdisziplinäre Offenheit selbstverständlich macht.

Die Werke bewegen sich zwischen Performance, Film, Installation, Malerei, Poesie und Bewegungskunst und erweitern das Feld der Wahrnehmung – ein expanded field, das sich in Burgdorf neu entfaltet. Der Untertitel „migrating the colour fields“ verweist auf wandernde Farbräume, verschobene Perspektiven und fluide Übergänge zwischen Körper, Raum und Bild. Farbe erscheint hier nicht als Fläche, sondern als bewegliche Energie, die sich zwischen Kulturen, Medien und Menschen ausbreitet.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Erfahrungsaustausch. Aufgrund aktueller Reise- und Zollbedingungen wird eine kuratierte Auswahl der Werke gezeigt, dafür stehen die Künstlerinnen selbst im Mittelpunkt. Am 6. Juni finden in der Mittelstraße 37 drei Kunstgespräche statt, in denen das Symposium und die verbindende Idee des Austauschs vorgestellt werden. Dabei wird auch die Frage beleuchtet, welche Erfahrungen deutsche Künstlerinnen machen, wenn sie in den USA ausstellen. Hierzu berichtet unter anderem die im Schwarzwald arbeitende Künstlerin Beate Axmann, die nach mehreren Arbeitsaufenthalten in Chicago und mehreren Einzelausstellungen in Chicago seit Jahren Teil des Austauschs ist.

Beate Axmann zeigt in Burgdorf Arbeiten auf Papier, die während ihrer Zeit in Chicago entstanden sind – Werke, die urbane Energie, kulturelle Vielfalt und persönliche Begegnungen reflektieren und exemplarisch für die Kraft des Unterwegsseins stehen: für das Finden, Verlieren und Wiederentdecken von Sichtweisen, die uns verändern. Die Ausstellung macht sichtbar, wie Kunst Brücken schlägt – zwischen Chicago und Burgdorf, zwischen Atelier und Straße, zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftlicher Beobachtung.

In MITTE37 entsteht so ein Ort, an dem der Ozean zwischen zwei Kulturräumen zu einem offenen Feld wird, das sich ständig erweitert, wie Lars Schumacher betont, der durch diesen Kontakt bereits in Chicago arbeiten und ausstellen konnte und hier die freundschaftlichen Beziehungen pflegt. Kunstraum-Initiatorin und Künstlerin Susanne Schumacher, die seit vielen Jahren international ausstellt und als kulturelle Vermittlerin tätig ist, freut sich darauf, mit MITTE37 das kulturelle Angebot der Stadt zu erweitern und künftig regelmäßig internationale Kunstschaffende aus verschiedenen Netzwerken nach Burgdorf einzuladen.

Die Finissage am 25. Juni 2026 ist bewusst als kulturelle Begegnung gestaltet. Ab 17:30 Uhr besteht die Möglichkeit, weitere Künstlerinnen aus Chicago persönlich kennenzulernen. Die Filmpräsentation der Chicago Film Group 312 mit dem Titel „dislocation“ von Richard Syska & Kevin B. Chatham sowie zwei Kunstgespräche runden den finalen Abend ab. Die Gruppe 312 gilt als „Chicago’s most innovative Video Collective“ – die Besucher*innen dürfen also gespannt sein. Anschließend klingt der Tag mit einem Besuch des traditionellen Zapfenstreichs zum Burgdorfer Schützenfest aus – ein Moment, der Kunst und lokale Kultur auf besondere Weise verbindet.


Chicagoer Künstler*innen

Die Chicagoer Künstler*innen Amy Hanks, Daniela Castro, Judith Meyer, Lori Kaplan, Sarah W. Holmes und Takako bewegen sich überwiegend in den Bereichen Malerei, Collage, Mixed Media und Installation. Sie werden über Farbe, Wahrnehmung, Materialität, Körper–Raum-Beziehungen und poetische Bildwelten Erfahrungen austauschen und sprechen. Die Künstler*innen Kathryn Hempel, Kevin B. Chatham und Juan Enrique Roque Irizarry Jr. arbeiten stark medial und zum Teil auch filmisch – von experimentellem Film über Videokunst bis zu dokumentarischen und performativen Formaten. Gespräche drehen sich hier um Bildsprache, Montage, Wahrnehmung, Medienkritik und die Chicagoer Filmszene. Marianna Buchwald verbindet Performance, Maskenspiel, Bewegungstheater und interkulturelle Kunstvermittlung. Mit ihr spricht man über Körperausdruck, Ritual, Migration, Begegnung und Community-Arbeit. Kao Ra Zen bringt als Rapper und Spoken-Word-Künstler eine musikalisch-performative Position ein. Themen sind Rhythmus, Sprache, Identität, urbane Kultur und Improvisation. Die Schwarzwälder Künstlerin Beate Axmann steht für expressive Malerei, oft mit figurativen, gesellschaftlich aufgeladenen Motiven. Mit ihr spricht man über Farbe, Emotion, politische und soziale Themen sowie europäische Kunsttraditionen.


Kunstraum MITTE37

Der Kunstraum MITTE37 in Burgdorf hat sich in kurzer Zeit zu einem lebendigen Ort für zeitgenössische Kunst entwickelt. In der Mittelstraße 37 gelegen, verbindet er die Intimität eines Arbeitsraums mit der Offenheit eines öffentlichen Forums. Von Beginn an war MITTE37 als Raum gedacht, in dem Kunst nicht nur gezeigt, sondern gemeinsam gedacht, diskutiert und erlebt wird. Die Geschichte des Hauses – ein Ort des Arbeitens, Begegnens und Experimentierens – prägt bis heute die Atmosphäre: flexibel, neugierig und nahbar. Als neuer Kunstort möchte MITTE37 künftig verstärkt Positionen aus Malerei, Collage, Mixed Media, Installation und Fotografie zeigen und dabei regionale Kunstschaffende ebenso einbeziehen wie internationale Gäste. Die kommenden Ausstellungen sollen den Raum als wandelbares Labor sichtbar machen: mal als Atelier, mal als Bühne, mal als Ort für Gespräche, Workshops oder spontane künstlerische Interventionen.

Ein zentrales Ziel ist es, MITTE37 als Plattform für interdisziplinären Austausch zu etablieren. Künstler*innen aus Burgdorf anderen Städten sollen hier zusammenkommen, um über Wahrnehmung, Materialität, Körper–Raum-Beziehungen, Medienkritik und gesellschaftliche Themen ins Gespräch zu kommen. Projekte wie diese Ausstellung markieren eine internationale Ausrichtung und werden in den nächsten Jahren weitergeführt und vertieft. Zukünftige Ausstellungen werden sich verstärkt mit Fragen der Transformation, der Bewegung, der Identität und der Begegnung beschäftigen. MITTE37 möchte Kunst als gemeinschaftliches Erleben erfahrbar machen – offen, prozesshaft und dialogorientiert. So entsteht ein Ort, der nicht nur Kunst zeigt, sondern Kunst ermöglicht: ein Raum, der sich mit jeder Ausstellung neu erfindet und zugleich seine Geschichte als kreativer Mittelpunkt der Stadt weiterträgt.


Veranstaltungen in Burgdorf

Ausstellungseröffnung 6.6.26 ab 17 Uhr – Eröffnung 18 Uhr, Gespräche über Kunst mit Marianna Buchwald, Takako und Beate Axmann; Eröffnung Susanne Schumacher, Einführung Lars Schumacher

Finnissage Chicago Film Group 312 am 25.6.26 ab 18 Uhr – DISLOCATION Filme aus dem Chicagoer Underground von Richard Syska & Kevin B. Chatham


Kunstsymposium

„THE OCEAN BETWEEN“ ist ein internationales, transatlantisches Kunstsymposium, das seit 2016 besteht und Künstler*innen aus Chicago und Deutschland miteinander verbindet. Die 9. Ausgabe im Jahr 2026 wird von Marianna Buchwald, Kristin Heike und dem Netzwerk The Culture Bridge / Kultur Brücke organisiert; für den Kunstraum MITTE37 in Burgdorf übernimmt Lars Schumacher die Organisation. In diesem Zusammenhang finden Veranstaltungen an mehreren Orten in Hannover und Burgdorf statt.


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