Direkt zum Hauptbereich

„ZWART / WIT“ in Den Haag

Das ehemalige Gemeentemuseum Den Haag, heute als Kunstmuseum Den Haag bekannt, gehört zu den bedeutendsten europäischen Institutionen für moderne und zeitgenössische Kunst. Der von Hendrik Petrus Berlage entworfene Bau, ein Hauptwerk der niederländischen Moderne, öffnet sich mit seinen klar proportionierten Räumen, den charakteristischen gelben Backsteinen und dem subtilen Spiel aus Licht und Farbe zu einer Architektur, die Kunst nicht inszeniert, sondern trägt. Seit den 1930er‑Jahren hat das Museum die Entwicklung der Moderne mitgeprägt und eine Sammlung aufgebaut, die heute rund 165.000 Werke umfasst – darunter Malerei, Skulptur, Design, Mode, Musik und eine herausragende grafische Sammlung mit etwa 50.000 Drucken, Plakaten und Zeichnungen. International bedeutende Positionen wie Edgar Degas, Claude Monet, Pablo Picasso, Egon Schiele oder Frank Stella stehen in einem lebendigen Dialog mit niederländischen Künstlerinnen und Künstlern wie Piet Mondriaan, Charley Toorop, Pyke Koch, Jan Toorop und Charlotte Dumas. Besonders hervorzuheben ist die weltweit größte Mondrian‑Sammlung, deren Herzstück das unvollendete Spätwerk Victory Boogie Woogie bildet – ein ikonisches Dokument der künstlerischen Suche nach rhythmischer Abstraktion und farblicher Energie. In dieser traditionsreichen Umgebung widmet sich die Ausstellung „ZWART / WIT“ der ästhetischen und konzeptuellen Kraft der Schwarzweiß‑Fotografie. Die Kuratoren Alex Witter und Bilal Sahin haben mehr als 180 Originalwerke von über 140 internationalen Künstlerinnen und Künstlern zusammengeführt und ein Panorama geschaffen, das die Reduktion auf Hell und Dunkel als eigenständige künstlerische Sprache sichtbar macht. Schwarzweiß erscheint hier nicht als nostalgische Reminiszenz, sondern als präzises Instrument der Wahrnehmung, das Formen, Texturen und Atmosphären schärft und zugleich die historische Tiefe des Mediums offenlegt. Vier meiner eigenen Fotografien sind Teil dieser Ausstellung und treten in einen Dialog mit den vielfältigen Positionen, die das Museum präsentiert – ein Dialog, der die zeitlose Relevanz des fotografischen Blicks unterstreicht.
Die feierliche Eröffnung findet am 14. Februar um 18 Uhr im Kunstmuseum Den Haag statt, zu der neben den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern auch Bürgermeisterin Pauline Krikke und Kulturdezernent Joris Wijsmuller erwartet werden. Ab dem 15. Februar ist die Ausstellung montags bis freitags von 13 bis 20.30 Uhr geöffnet. In der Verbindung von historischer Tiefe, architektonischer Klarheit und fotografischer Reduktion entsteht ein Resonanzraum, der die Schwarzweiß‑Fotografie als zeitlose, medienübergreifende Kunstform erfahrbar macht – ein Ansatz, der sich nahtlos in die kuratorischen Prinzipien des Kunstmuseum Den Haag einfügt und zugleich eine internationale Perspektive eröffnet.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Neue Horizonte - Ausstellung in der Mongolei

New Horizons entfaltet sich als ein transkontinentaler Begegnungsraum, in dem zeitgenössische Kunst zur treibenden Kraft kulturellen Verstehens und gemeinsamer Imagination wird. Unter der kuratorischen Leitung von Dr. Müberra Bülbül und der Koordination von Davaasambuu Batnasan versammelt die Ausstellung am 8.–9. Juli 2026 in der Mongol Art Gallery in Ulaanbaatar Künstlerinnen und Künstler aus Asien und Europa, um zu zeigen, wie künstlerische Praxis Grenzen überschreiten und neue Räume des Dialogs eröffnen kann. Eingebettet in die kulturellen Festivitäten der Mongolei versteht sich das Projekt als Einladung, Kunst als universelle Sprache zu begreifen – als Medium, das Welten verbindet und unterschiedliche Perspektiven miteinander in Resonanz bringt. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler – darunter Doris Bocka, Mustafa Bülbül, Thomas Hillebrand, Lars Schumacher, İwa Kruczkowska, Beatriz Ramirez, Brian Testa, Leonor Trindade Sousa, Ayush Dunkhuu, Gan-Ochir Munkhjargal, Namkhaijant...

Finissage „Expanded Field I – Migrating the Colour Fields“

Ein Abend, an dem Chicago und Burgdorf einander näherkamen Die Finissage der Ausstellung „Expanded Field I – Migrating the Colour Fields“ im Kunstraum MITTE37 wurde am 25. Juni zu einem eindrucksvollen Höhepunkt des transatlantischen Symposiums „The Ocean Between 9“. Bereits die Begrüßung durch Kunstraum‑Initiatorin Susanne Schumacher machte spürbar, dass dieser Abend mehr sein würde als ein klassischer Ausstellungsabschluss: Er wurde zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und der künstlerischen Resonanz zwischen Chicago, Burgdorf und Hannover. Ein Wiedersehen – und ein Auftakt voller Energie Symposiumsinitiatorin Marianna Buchwald stellte zu Beginn die anwesenden Künstler*innen vor, deren Werke und Performances die Ausstellung geprägt hatten: Amy Hanks, Daniela Castro, Judith Meyer, Kao Ra Zen, Kathryn Hempel, Kevin B. Chatham, Rychard Syska, Lori Kaplan, Marianna Buchwald, Sarah W. Holmes, Beate Axmann und Takako. Besonders herzlich fiel das Wiedersehen mit Lori Kaplan aus. Ihre ...

mUSE Inspirationsweek 2016

Diese Woche ist es soweit, am Samstag 11.06. 2016 eröffnet die mUSE Inspirationsweek, die bis zum 26.06.2016 Kunst an verschiedenen Orten der Nordstadt von Hannover zeigt. Lars Schumacher ist mit einigen Fotografien auf dem Engelbosteler Damm [bei Foto Genz] zu sehen. Die Serie trägt den Titel "ORTE DER SEHNSUCHT" und ist in Teilen auch auf der Homepage www.larsschumacher.de in der Rubrik "Fotografie" zu sehen. Rund 90 Künstler und viele Einzelhändler, Café's und Lokale laden ein Kunst & Kultur zu genießen. Lassen Sie sich inspirieren...