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"Kunst ist mit allen Sinnen erfahrbar"




"Kunst ist mit allen Sinnen erfahrbar" - Burgdorfer Lars Schumacher initiiert Eat-Art-Projekt in Kassel.


Ein Burgdorfer in Kassel: Zusammen mit dem hannoveraner Künstler Daniel Simons hat Lars Schumacher bei der dOCUMENTA 13 in Kassel für Aufsehen gesorgt: Mit dem Eat-Art-Projekt „Kassler Dokumente“ lud er kunstinteressierte Besucher der Documenta ebenso wie Künstler, Profis und Laien zu einer Mitmachaktion ein. „Besucht die 13. Documenta-Kunstausstellung in Kassel, speist eine Portion Kassler, auf Wunsch mit etwas Sauerkraut, Wasser oder Weißwein, auf dem Friedrichsplatz und macht davon eine Fotografie. Zu sehen sein solltet Ihr, das Stück Kassler und das Museum Fridericianum im Hintergrund.“ Das Besondere: Die eingehenden Fotografien werden in fortlaufend nummerierter Form als „Kassler Dokument“ auf der Internetseite www.kasslerdokumente.de veröffentlicht, und auf Wunsch als mit Brief und Siegel versehene Originalgrafik ausgedruckt und zugesandt. Somit ist jeder Teilnehmer der Kunstaktion ein Teil der dOCUMENTA (13). Ein Wochenendbesuch vor Ort: Am Fridericianum, treffen die meisten Teilnehmer auf die Initiatoren und Künstler Lars Schumacher und Daniel Simons: „Bei unser Aktion geht es um den Kunstgenuss mit allen Sinnen, einschließlich der bewusst erfahrenen Nahrungsaufnahme, um spielerisches Gestalten von Erinnerungsbildern vor Ort, um vielschichtiges Kommunizieren auf allen Kanälen, um die schwingende Dialektik von individuellem Erleben und kooperativer Struktur, um die Einbindung eines singulären und scheinbar zufälligen Moments in den Entstehungsprozess einer weltweit vernetzten Sozialen Plastik und deren Reflektion.“ Viele weitere Einsendungen von Fotografien teilnehmender DokumentaBesucher sei den Akteuren gewünscht, die hiemit zeigen, so mein Zitat: „Kunst ist erfahrbar mit allen Sinnen“.

Bericht: Susanne Schumacher

Weiterführende Links:
www.kasslerdokumente.de
www.myheimat.de/2435139


„Vielleicht inspirieren wir andere“ 

Herr Schumacher, wie sind Sie auf die Idee zum Eat-Art-Projekt gekommen?

Die Projektidee zu den Kassler Dokumenten entstand im vergangenen Jahr anläßlich eines Künstlergesprächs in Hannover. Inspiriert von einer persönlich signierten Skizze eines Documenta Künstlers entstand beim gemeinsamen Essen die Idee aktiv an der Kunstausstellung in Kassel teilzunehmen. In den folgenden Wochen formulierten wir den Antrag an die documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH zur Teilnahme als "Soziale Plastik" und "EAT ART Projekt" mit offenem Ausgang. Ganz kurz beschrieben geht es dabei um unseren Aufruf "Auf nach Kassel, Documenta (13) besuchen, eine Portion Kassler vor dem Fridericianum speisen und uns davon eine Fotografie zusenden! Regelmäßig sind Sie in Kassel am Fridericianum, kommen dort mit Menschen ins Gespräch.

Wie reagieren die Menschen auf das Projekt?

 Überwiegend sehr positiv. Die Besucher und aktiven TeilnehmerInnen treffen in Kassel vorallem am Wochenende auf Daniel Simons und Lars Schumacher. Von der Stadt Kassel haben wir einen genehmigten Informationsstand in Sichtweite vom Fridericianum. Bis September sind auf den 226 Fotografien 444 Menschen an dem Projekt beteiligt. Es sind interessante und inspirierende Gespräche über die dOCUMENTA 13, Kassel und Kunst im Allgemeinen. Auf der Internetseite www.kasslerdokumente.de zeigt auch der als BLOG angelegte Gedankenaustausch wie sich TeilnehmerInnen mit dem Projekt zum Teil sehr künstlerisch auseinandersetzen.


Wann endet das Projekt und in was mündet es?

Angelegt ist der aktive Teil des Projektes auf die 100 Tage der dOCUMENTA 13 vom 09.06. - 16.09.2012. Durch einen Förderkreis von 100 Personen, der sich paralel zu diesem Projekt entwickelt hat, kann in einer kleinen Auflage das limitierte, nummerierte Kassler Dokument mit einer gedruckten Dokumentation entstehen. Über die Internetseite werden die Fotografien weiterhin zu betrachten sein und vielleicht inspirieren diese Bilder später einmal andere Personen sich mit einem Projekt anläßlich der weltweit bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst in Kassel zu beteiligen.

Die Fragen stellte Annika Kamissek Hier das Magazin mit dem Artikel auf Seite 12:

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